Direktsaat

Die Direktsaat, international auch "No-Till-Farming" oder "Direct-Drilling" genannt, ist weltweit ein bedeutendes Anbauverfahren, dass allerdings in Europa und besonders in Deutschland kaum bekannt ist. Das Grundprinzip ist, den Boden nicht durch Pflug oder Egge zu bearbeiten, sondern natürliche Mechanismen auszunutzen und zu fördern und damit letztendlichden Boden zu
schützen und die Fruchtbarkeit zu erhalten. Die Natur hat es nicht vorgesehen, dass mit dem Pflug Bodenlebewesen aus ihrem Lebensraum in 20 oder 30cm Tiefe an die Bodenoberfläche gebracht werden und andersherum auch nicht.
Auch ist es nicht vorgesehen, dass alle Pflanzenreste so vergraben werden und dabei der Boden tief gelockert und unnatürlich stark belüftet wird.
Bei der Direktsaat bleiben alle Pflanzenreste, also Stroh, Blätter und Halme, auf dem Boden liegen und dem natürlichen Umbau überlassen, der bei uns vor allem vom Regenwurm übernommen wird, der alles nach und nach in den Boden zieht und verspeist und so nicht nur wertvollen Dünger liefert, sondern auch noch den Boden mit seinen Röhren durchlöchert und so durchlüftet. Durch die möglichst ganzjährig vorhandene Mulchauflage ist der Boden und die Bodenbiologie vor dem im Übermaß schädlichen Einfluss von Sonne, Wind und Regen geschützt.

Auch für die neue Saat kann dieses dann ein gewisser Schutz durch ein Mikroklima sein oder auch eine Schneedecke über Winter festhalten, da der Wind den Schnee nicht gänzlich von Direktsaatflächen abwehen kann - der Boden liegt also niemals "blank" da ! Auch ist der Boden im natürlichen Gefüge belastbarer, so dass auch nach Regen unsere Maschinen keine Fahrspuren im Boden hinterlassen.
Die eigentliche Saat in Direktsaat erfolgt mit speziellen Sämaschinen, die nur einen möglichst schmalen Streifen Boden öffnen, die Saat ablegen und danach wieder schließen und andrücken, so dass im Idealfall kaum zu sehen ist, wo gesät ist und wo nicht. Wir haben verschiedene Direktsaatmaschinen, die jede ihre Stärken und Schwächen hat für verschiedene Einsatzbedingungen. Da es das Wetter hier im Norden nicht immer gut mit uns Bauern meint, haben wir lernen müssen, flexibel zu sein - flexibel sowohl bei der Wahl des Gerätes aber auch bei der Anbauplanung, so dass wir keine feste Fruchtfolge einhalten, sondern immer mal wieder umplanen müssen und dann säen und das säen, was unter den Bedingungen geht und Erfolg verspricht. Wichtig ist der Fruchtwechsel zwischen z.B. Winterung und Sommerung, also im Herbst oder im Frühjahr gesät und/oder dem Wechsel zwischen Halmfrucht und Blattfrucht, also z.B. Raps und Bohnen als Blattfrüchte im Wechsel mit Weizen oder Gerste als Halmfrüchte.